InfoCup 2007


Er war das erste größere Ereignis seiner Art, der InfoCup 2007. In den vergangenen Jahren gab es zwar schon ein paar Vorläufer mit Turnieren zwischen I3, I4 und LuFG I4, diesmal aber konnten gleich zwölf „Mann“-Schaften zum Mittun begeistert werden. Das Wort „Mann“-Schaft ist gendertechnisch nicht ganz korrekt, denn einige Teilnehmer warteten mit gemischtgeschlechtlichen Teams auf. Von I10 wurde im Vorfeld noch die professionelle Anfeuerung durch eine Cheerleadergruppe angekündigt, die allerdings dann doch nicht gesichtet wurde.

Parallel zum Hallenfußballturnier wurde ein Tischfußballturnier ausgerichtet, dessen Spielplan zwar genau so einfach und übersichtlich war wie der für das Hallenturnier erstellte, der jedoch vor allem die Logiker (I7) und die Algorithmiker (I1) zu überfordern schien. Der Schreiber dieser Zeilen war jedenfalls permanent am Wandern zwischen drinnen und draußen (wegen des phantastischen Wetters konnte das Kickerturnier im Freien ausgetragen werden), um die jeweils nächsten Teams zum fristgerechten Antreten zu bemühen. Nach einer gewissen Eingewöhnungszeit funktionierte aber der spieltechnische Ablauf beinahe perfekt.

Alle Teams spielten hoch motiviert, aber absolut fair. Mit Ausnahme von zweien hatten sich alle auch eigene Trikotsätze beschafft, was dem professionellen Look der Veranstaltung sehr förderlich war.

Zunächst schien sich die im Vorfeld geäußerte Befürchtung zu bewahrheiten, als Konsequenz der wegen der hohen Teilnehmerzahl auf acht Minuten begrenzten Zeit pro Spiel seien Tore ungefähr so selten wie weiße Raben. In der Tat fiel in Gruppe A (aus I3, I5 und I7 bestehend) in keinem der drei Spiel auch nur ein einziges Törchen, so dass hier ein durchgängiges Siebenmeterschießen erforderlich war, das beinahe noch spannender war als die Spiele selbst. Interessanterweise hätte der spätere Turniersieger I5 bereits in der Vorrunde ohnmächtig ausscheiden müssen, wenn sich im letzten Gruppenspiel die beiden Kontrahenten I3 und I7 auf ein 1:1 statt auf ein 0:0 „geeinigt“ hätten; dass sie das nicht taten (sondern durch diese Ungeschicklichkeit I7 zum Ausscheiden verdammten) spricht doch sehr für die Fairness der Informatiker. In den anderen Vorrundengruppen B-D setzen sich mehr oder weniger die bereits im Vorfeld als Favoriten gehandelten Teams durch.

Ab dem Viertelfinale wurde (um die Zahl der notwendigen Siebenmeterschießen nicht ausufern zu lassen), die Zeit pro Spiel auf zehn Minuten erhöht. Es kam hier zu außerordentlich spannenden Spielverläufen, ebenso wie auch in der Trostgruppe, die zwischen den vier Gruppenletzten ausgerichtet wurde. Listigerweise wurde auch der zwölfte und letzte Platz völlig regulär ausgespielt. Diese Trophäe wurde von einem absolut würdigen Vertreter, nämlich I10, gewonnen. Dieses Team, insbesondere aber der Professor, freute sich über die überreichte rote Laterne fast noch mehr als sie von einem eventuellen ersten Platz begeistert gewesen wären. I10 gewann – obwohl das Team kein einziges Tor im gesamten Turnier erzielte – zusätzlich den Pokal für die schönsten Trikots. Und nach landläufiger Ansicht hätte I10 auch den Pokal für die schönsten Mädchen verdient gehabt, wenn denn ein solcher ausgelobt worden wäre.

Das absolute Highlight des gesamten Turniers war dann das Endspiel zwischen I3 und I5, also eine Wiederholung des Vorrundenspiels der Todesgruppe A. Dieses Spiel stand auf einem wirklich ganz ungewöhnlich hohen Niveau und wurde von I5 mit 2:0 gewonnen, wodurch der selbsterklärte Turnierfavorit I3 in seine Schranken gewiesen wurde.

Die ersten vier Plätze des Hallenfußballtruniers:

1. I5
2. I3
3. I4
4. LuFG I9

Das parallel ausgetragene Tischfußballturnier verlief ebenso spannend. Die Wunschvorgabe, dass nämlich ein Team aus Professor + Sekretärin bestehen sollte, wurde nur in den seltensten Fällen (if any) erfüllt. Insbesondere die Sekretärinnen glänzten hier durch Abwesenheit bzw. durch Nichtantretenwollen. Mit der aktiven Teilnahme der Professoren war es auch so eine Sache: Nachdem einige Teams nur mühsam die Vorrunde überstanden hatten, wenn sie sich die Teilnahme des zum Teil als Hemmschuh agierenden Professors antaten, kamen sie auf die zwar nahe liegende, aber doch etwas wettbewerbsverzerrende Idee, später reine Studierendenteams ins Rennen zu schicken.

Die ersten vier Plätze des Tischfußballturniers:

1. LuFG I4
2. LuFG I3
3. I4
4. I11

Im Anschluss an die Siegerehrung fand eine Nachfeier auf der Wiese am Institutsgebäude statt, wo dann viel Pils und Kölsch sowie die verbliebenen Essensreste und spontan bestellte Pizzen vertilgt wurden.

Insgesamt gesehen war die gesamte Veranstaltung nach durchgängiger Einschätzung aller Beteiligten ein gewaltiger Erfolg. Großartige Mannschaften, prima Fans, phantastisches Wetter. Ein wirklich integratives Event für die gesamte Fachgruppe, das nach einhelliger Meinung im nächsten Jahr unbedingt wiederholt werden muss, dann hoffentlich unter Beteiligung aller(!) Lehrstühle.

Und aufgrund der hervorragenden Resonanz sollte es uns dann auch gelingen, einen Sponsor für die Veranstaltung aufzutun. In diesem Jahr wurden ein paar potenzielle und potente Kandidaten angesprochen, allerdings ohne messbaren Erfolg. Rückblickend muss diese Verweigerungshaltung als echte Eselei bezeichnet werden, denn wo ergibt sich ein vergleichbarer Werbeeffekt als bei einem „Infocup 2008 by XXX“-Turnier unter Beteiligung von - geschätzt - 200 Informatikern, von denen ein Großteil zur Gruppe der unmittelbaren Absolventen gerechnet werden kann? Vielleicht können sich aber auch diejenigen Teams, welche sich ihre Trikotagen von Firmen sponsorn ließen, auch einmal um die Sponsorship für das Gesamtereignis bemühen.

Unter dem Strich also: Ein hervorragendes Ereignis. Spezieller Dank geht an Ibrahim Armac (I3), Rainer Krogull (I4) und Klaus Wehrle (LuFG I4).

Nach dem Turnier ist vor dem Turnier! (Sepp Herberger)


Aachen, 16. April 2007
Otto Spaniol